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„Mistelbacher“: Viertägiges Polizeifilm-Festival in der Stadt

Foto zur Verfügung gestellt

„Mistelbacher“ als eine Bezeichnung für Wiener Polizisten war vor einigen Jahrzehnten ein geläufiger Begriff. Doch woher kommt der Begriff? Was hatten Polizisten mit Mistelbach zu tun? Dieser historischen Bezeichnung zugrunde lag die Idee, in Mistelbach von Donnerstag, dem 18., bis Sonntag, dem 21. Mai, das erste Polizeifilm-Festival Österreichs zu veranstalten. Gezeigt werden dabei im großen historischen Kinosaal sowie im kleinen Saal nebenan insgesamt 13 Polizei(Kult)Filme aus der ganzen Welt – von aktuellen Produktionen über Klassikern des Polizeifilm-Genres und Komödien bis hin zu Thrillern. Mit einem zwinkernden Auge blickt man so auf einen Teil Stadtgeschichte zurück und bringt das erste Mal ein Filmfestival in den Bezirk. Darüber hinaus gibt es etliche Begleitveranstaltungen sowie freitags und samstags erstmals ein Streetlife-Festival am Hauptplatz, wo es einen eigenen Festival-Corner geben wird. Besucher dürfen sich auf ein langes Wochenende voller spannender und unterhaltsamer Filme, leckeren Streetfood-Snacks, einer Aperol-Bar, Ice Creams und vielem mehr freuen.

Programm:
Der Polizeifilm gilt als eigenes Filmgenre und wird meist als Subgenre des Krimis und Thrillers gesehen. Die Filme zeichnen sich dadurch aus, dass Polizisten und deren Arbeit mehr in den Fokus der Handlung gestellt werden, als dies bei üblichen Krimis mitunter der Fall ist. Das Team rund um Festivalleiter Manfred Asperger stellt derzeit aus dem reichen Spektrum an internationalen, europäischen und heimischen Filmen ein einzigartiges Programm aus Klassikern und brandaktuellen Produktionen zusammen, welche die vielfältige Polizeiarbeit beleuchten.

Nach dem Eröffnungsfilm „Boston“ (startet aktuell in den heimischen Kinos) am Donnerstagabend geht es so richtig los: Am Freitag- und Samstagabend werden insgesamt zehn spektakuläre Polizeifilme für jeden Geschmack präsentiert: Thriller, Komödie, Drama und Krimi. Wer vor oder nach dem Film-Genuss – oder auch zwischen den Streifen – Lust auf kulinarische Köstlichkeiten hat, der spaziert die paar Schritte vom Filmtheater zum Rathaus, wo erstmals das internationale Streetlife-Festival einlädt. Im eigenen Festival-Corner zeigt eine Ausstellung „Warum die Polizisten Mistelbacher genannt werden“.

Am Sonntagvormittag findet ein Film-Frühstück statt, zu dem neben Frühstück im Kinosaal auch leichte, heitere Filmkost serviert wird. Am Nachmittag verbindet das köstliche Puppentheater „Wachtmeister Dimpfelmoser ermittelt: Der Fall Räuber Hotzenplotz“ die zwei kulturellen Identitäten Mistelbachs, das Puppentheater und das Polizeithema. Um 20.15 Uhr wird, bei freiem Eintritt, zum gemeinsamen gemütlichen „Tatort-Schauen“ geladen. Da flimmert live die neueste Folge aus dem norddeutschen Kiel, „Borowski und das Fest des Nordens“ über die Riesenleinwand des Filmtheaters. Nach einer Vorlage des Bestseller-Autors Henning Mankell verfolgt der beliebte Kommissar am größten Sommerfest Europas einen Serienmörder. So wird zum Abschluss des Festivals auch dem neuen Kultstatus des „Tatort“ gehuldigt.

Das Polizeifilm-Festival wird von „Volvo“ und „Autopartner Karl“ präsentiert und vom Land Niederösterreich unterstützt. Das Festival-Programm wird Anfang April auf der Festivalwebseite www.polizeifilmfestival.at veröffentlicht und in Form eines Programmhefts aufliegen. Tickets sind ebenfalls ab April auf der Webseite sowie im Bürgerservice der StadtGemeinde Mistelbach erhältlich.

Filme im Überblick:
Donnerstag, 18. Mai:
19.30 Uhr: „Boston“ (Drama/Thriller), Kronen Kino, Saal 1

Freitag, 19. Mai:
18.00 Uhr: „The Guard“ (Komödie/Thriller), Kronen Kino, Saal 1
19.00 Uhr: „Einer von uns“ (Drama), Kronen Kino, Saal 2
20.15 Uhr: „Erlösung“ (Drama/Thriller), Kronen Kino, Saal 1
21.00 Uhr: „Poliezei“ (Drama), Kronen Kino, Saal 2
22.30 Uhr: „Drecksau“ (Drama/Komödie), Kronen Kino, Saal 1

Samstag, 20. Mai:
18.00 Uhr: „Marshland“ (Thriller/Komödie), Kronen Kino, Saal 1
19.00 Uhr: „Kops“ (Komödie), Kronen Kino, Saal 2
20.15 Uhr: „Triple 9“ (Drama/Krimi), Kronen Kino, Saal 1
21.00 Uhr: „Zulu“ (Drama/Thriller), Kronen Kino, Saal 2
22.30 Uhr: „Sieben“ (Thriller), Kronen Kino, Saal 1

Sonntag, 21. Mai:
10.00 Uhr: „Kurzer Prozess“ (Krimi), Kronen Kino, Saal 1
15.00 Uhr: „Der Fall Räuber Hotzenplotz“ (Kinder-Puppentheater), Kronen Kino, Saal 1
18.30 Uhr: „Mord zum Sonntag. Tatortphilosophie“ (Buchpräsentation mit Alfred Pfabigan), Kronen Kino,
                 Saal 1
20.15 Uhr: „Tatort. Borowski und das Fest des Nordens“ (Krimi), Kronen Kino, Saal 1

Geschichte:
Immer wieder kommt es auch heute noch vor, dass in Wien Polizisten „Mistelbacher“ genannt werden. Und obwohl der Ort Mistelbach, mitten im östlichen Weinviertel gelegen, ein schöner Fleck ist, drückt das Wort „Mistelbacher“ wohl eher eine Geringschätzung für die Polizei aus. Warum dies so ist, mag wohl schwer zu ergründen sein. Wie es jedoch dazu kam, dass man bis heute von „Mistelbachern“ spricht, wird hingegen immer wieder erzählt.

Es begab sich in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, dass unweit des heutigen Spitals in Mistelbach eine Siedlung für Südtiroler Flüchtlinge gebaut wurde. So wohnten nun die armen Vertriebenen ein paar Jahre im Weinviertel nahe den Ufern der Zaya. Als die Zeit für die Rückkehr in die ursprüngliche Heimat gekommen war, hinterließen die Südtiroler eine große Zahl leerer Wohnungen. Da den Stadtvätern bewusst war, dass leer stehende Häuser mit der Zeit nicht besser werden, trachteten sie danach, Bewohner dafür zu finden.

Und wie es der Zufall so spielte, wollte die Wiener Polizei ihre Polizisten mal auf Erholungsurlaub schicken. So kam es, dass sich eine große Zahl Wiener Polizisten nach Mistelbach begab und dort einige Wochen blieb. Bald entstanden Kontakte zu den Einheimischen, die durchaus an den sympathischen Gästen Gefallen fanden. Und so kam es, dass sich in darauffolgenden Jahren viele junge Mistelbacher Männer entschlossen, den Beruf des Polizisten zu ergreifen.

Lange Jahre verbarg sich hinter der Bezeichnung „Mistelbacher“ somit entweder ein in Mistelbach geborener oder bloß ein dort auf Erholung gewesener Polizist.

Nähere Informationen:
StadtGemeinde Mistelbach
Fachbereich Kultur
Hauptplatz 6
2130 Mistelbach
Tel.: 02572/2515-4300
E-Mail: polizeifilmfestival@mistelbach.at
Internet: www.polizeifilmfestival.at oder www.facebook.com/polizeifilmfestival

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