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Trendwende am Arbeitsmarkt gelungen, strukturelle Probleme bleiben: AMS Mistelbach zieht positive Arbeitsmarktbilanz 2017

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„Nachdem zu Beginn des Jahres die Arbeitslosigkeit im Bezirk Mistelbach trotz Auflösung des Bezirkes Wien Umgebung laufend gestiegen ist, konnten auch wir ab Herbst einen Rückgang der Arbeitslosen verzeichnen“, so die erfreuliche Bilanz der Geschäftsstellenleiterin des AMS Mistelbach Marianne Bauer. Die steigende Arbeitskräftenachfrage führte zu mehr Arbeitsaufnahmen aus der Arbeitslosigkeit und zu einem kräftigen Plus bei den Stellenbesetzungen. Trotz der erfreulichen Trendwende, die am niederösterreichischen Arbeitsmarkt 2017 gelungen ist, gibt es aber weiterhin strukturelle Probleme: Personen der Generation 50+ bzw. mit gesundheitlichen Einschränkungen laufen weiterhin Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden bzw. zu bleiben. Etwa jeder vierte AMS-Kunde wird bereits ein Jahr und länger vom AMS in Niederösterreich betreut. „Ohne unsere Unterstützung finden diese Menschen kaum Anschluss an das Erwerbsleben“, erklärt AMS NÖ-Chef Mag. Karl Fakler.

Rechneten Wirtschaftsforscher noch Anfang 2017 mit einem vergleichsweise zaghaften Wirtschaftswachstum von 1,2% bis 1,5%, so wurden diese Erwartungen deutlich übertroffen: Das BIP wird 2017 voraussichtlich mit einem Plus von 2,9% (WIFO) bis sogar 3,1% (Synthesis und Nationalbank) abschließen. Die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung im gesamten europäischen Raum sorgte für eine nachhaltige Nachfrage nach Arbeitskräften auch in Ländern, deren Bürger mangels entsprechender Angebote in ihren Heimatländern in (Nieder-)Österreich nach attraktiven Jobs suchten. „Die bisher beobachteten innereuropäischen Wanderungsbewegungen haben abgenommen. Wir werden heuer in Niederösterreich beim Plus im Arbeitskräfteangebot deutlich unter 10.000 liegen“, erklärt der AMS NÖ-Chef Mag. Karl Fakler. 2017 standen voraussichtlich 665.300 Personen am niederösterreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung, ein Plus von „nur“ 1,3% (im Vergleich 2016 und 2015 jeweils 1,6%) oder 8.500 Personen.

Gleichzeitig herrschte am Arbeitsmarkt eine rege Nachfrage nach Personal. „Wir haben die Dynamik des Aufschwungs am Arbeitsmarkt genutzt und uns intensiv ins Arbeitsmarktgeschehen eingebracht“, so Marianne Bauer. Hier die Bilanz 2017 aus dem Bezirk Mistelbach:

o) Bis Jahresende haben die Unternehmen im Bezirk Mistelbach trotz Wegfall von Gerasdorf fast 2.700 freie
    Stellen und Lehrstellen gemeldet. Was vergleichbar mit dem Jahr 2016 mit dem Bezirk Wien Umgebung
    ist.
o) Gleichzeitig wurden etwa 2.000 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt.
o) Es ist heuer deutlich mehr Mistelbacher gelungen, ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme zu
    beenden. Rund 3.200 Vorgemerkte haben wieder einen Arbeitsplatz gefunden.

„Wir konnten 2017 Jobsuchenden ein deutlich umfassenderes Vermittlungsangebot machen als in den Jahren davor. Wer sich um eine zumutbare Stelle nicht beworben oder ein passendes Schulungsangebot nicht angenommen hat, musste daher mit Konsequenzen rechnen, nämlich der befristeten Sperre der finanziellen Leistung nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz“, macht Marianne Bauer deutlich. In nahezu 130 Fällen hat das AMS Mistelbach 2017 das Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe gesperrt. Mit dieser konsequenten Umsetzung der Vermittlungsaufgabe befindet sich das AMS Niederösterreich im österreichweiten Vergleich im Spitzfeld.

Minus 0,3%-Punkte bei der NÖ Arbeitslosenquote 2017:
Die niederösterreichische Arbeitslosenquote ist im Vergleich zu 2017 um 0,3%-Punkte gesunken und kam bei 8,8% zu liegen.

Kein Rückbau der Langzeitarbeitslosigkeit:
Weiterhin im Fokus der Arbeitsmarktpolitik steht das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit. Diese betrifft vor allem Personen der Generation 50+ sowie jene, die wegen gesundheitlicher Probleme nur schwer wieder einen neuen Arbeitsplatz finden:

o) Fast jeder fünfte AMS-Kunde in Mistelbach wurde bereits ein Jahr oder länger von den AMS-Beratern
    betreut.
o) Obwohl es 2017 mehr Jobsuchenden, die 50 Jahre oder älter sind, gelungen ist, wieder Anschluss ans
    Erwerbsleben zu finden, stieg die Zahl der arbeitslosen Golden Ager weiter an. Das AMS Mistelbach
    verzeichnet in dieser Personengruppe rund 600 Arbeitsaufnahmen. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der
    Arbeitslosen im Alter ab 50 Jahren jahresdurchschnittlich um 9,5% auf 919 weiter an.
o) Etwa 700 Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen waren 2017 im Bezirk Mistelbach arbeitslos
    vorgemerkt.

„Mit einem soliden Wirtschaftswachstum im Rücken gilt es 2018 konsequent an den strukturell bedingten Problemen am Arbeitsmarkt zu arbeiten“, so AMS Mistelbach Geschäftsstellenleiterin Marianne Bauer abschließend.

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