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Ablenkung am Steuer

E-Mails checken, Textnachrichten verschicken, Musik hören, telefonieren – beinahe selbstverständlich werden oft mehrere Dinge gleichzeitig erledigt, während wir uns zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto im Straßenverkehr bewegen. Nicht ohne Risiko: Jede Ablenkung im Straßenverkehr erhöht das Risiko eines Verkehrsunfalles. Auch wenn es „nur ein paar Sekunden“ dauert, legt man mit einem Fahrzeug, Fahrrad oder zu Fuß eine gewisse Wegstrecke zurück, ohne dabei das Geschehen auf und neben der Straße wahrzunehmen. Ablenkung am Steuer verlängert außerdem die Reaktionszeit und man gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Ablenkung bzw. Multitasking gilt mittlerweile als Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Beobachtungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit haben dazu interessante Ergebnisse geliefert:

F
ußgänger:
Während sich essende oder rauchende Fußgänger ähnlich nicht abgelenkten Fußgängern verhalten, zeigen Telefonierende dreimal so häufig falsches Verhalten beim Überqueren von Straßen, am Handy Tippende sogar nahezu viermal so oft. Sie nutzen häufiger als nicht abgelenkte Personen die vorhandenen Schutzwege nicht, überqueren häufiger bei roten Ampeln die Straße oder achten weniger auf den Verkehr.

Radfahrer:
Mittlerweile sollte bekannt sein, dass auch beim Radfahren das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung gesetzlich verboten ist. In den vergangenen Jahren war bei fast 37% der verletzten oder getöteten Radfahrer Ablenkung oder Unachtsamkeit die Hauptunfallursache. Sie waren häufiger mit höherer Geschwindigkeit unterwegs als nicht abgelenkte Radfahrer, sie fuhren öfter auf nicht für sie vorgesehenen Flächen oder wechselten die Fahrtrichtung ohne Ankündigung durch Handzeichen.

Autofahrer:
Besonders gefährlich ist Ablenkung beim Autofahren. Unachtsamkeit als Hauptunfallursache ist bei annähernd gleichbleibender Tendenz in den letzten Jahren für etwa 31% der verletzten und 27% der getöteten PKW-Insassen verantwortlich. Vor allem junge Lenker sind während des Fahrens häufig abgelenkt, wobei dies beim Lesen noch deutlicher zu beobachten war als beim Tippen. So nimmt die Hälfte Anrufe entgegen, davon 37% ohne Freisprecheinrichtung, und jeder Dritte ruft auch aktiv aus dem Fahrzeug an. Festzustellen ist zudem, dass junge Lenker das Mobiltelefon während der Autofahrt vermehrt verwenden, um SMS zu lesen (32%), zu schreiben (25%) oder diverse Messenger-Dienste zu nutzen (24%).

Empfehlungen:
Da bei manchen Verkehrsteilnehmern das Bewusstsein für die Gefahren durch Ablenkung fehlt, von anderen jedoch die Gefahr durch Ablenkung sogar bewusst eingegangen wird, setzt die Exekutive auf Information und eine verstärkte Überwachung des Handyverbots (Verwendung ohne Freisprecheinrichtung). Es können empfindliche Strafen drohen und bei Probeführerscheinbesitzern führt eine Missachtung des Handyverbots zusätzlich zu einer Verlängerung der Probezeit.

Betrugsformen im Internet

Vermeintliche „Gratis“-Angebote, Phishing-Emails, gefälschte Gewinnbenachrichtigungen, Lösegeld-Trojaner, Notfall-E-Mails usw. Die Gefahren lauern in Sozialen Netzwerken, bei harmlosen Downloads und E-Mail-Anhängen oder auf Internetseiten mit selbst aktivierenden Inhalten. Und zwar immer dann, wenn Unwissenheit oder Sicherheitslücken mit im Spiel sind. Die angeführten Inhalte geben einen aktuellen Überblick und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Täter variieren ihre Vorgehensweisen laufend.

Notfall- oder Bettel-E-Mail:
Die sogenannten „Notfalls- oder Bettel-E-Mails“ werden besonders zur Urlaubszeit in Umlauf gebracht. Internetbetrüger versuchen so vermeintlichen Freunden und Bekannten Geld herauszulocken.

Notfall-E-Mail:
Zur Vorgangsweise der Täter:
Der Täter verschafft sich widerrechtlichen Zugang zu einem E-Mail-Account und versendet in dessen Namen dann sogenannte Notfall-E-Mails an die Kontakte im Adressverzeichnis. In der Email selbst wird vorgegeben, dass man sich in einer Notlage im Ausland befindet und dringend Geld für die von den Behörden zu genehmigenden Rückreise und die Bezahlung des Hotels benötige. Die Zahlung soll dann über Geld-Transfer-Dienste wie zum Beispiel Western Union erfolgen. Hier ist eine Nachvollziehbarkeit schwierig bis unmöglich, die Behebung selbst geschieht zumeist unter Vorlage von gefälschten Ausweisdokumenten.

Tipps:
o) Informieren Sie Ihre Kontakte von dem Vorfall, damit diese auf die E-Mails nicht reagieren und
    keine Zahlungen tätigen.
o) Nehmen Sie mit dem E-Mail-Dienstanbieter Kontakt auf und informieren Sie ihn darüber, dass auf
    Ihren E-Mail-Account widerrechtlich zugegriffen wird. Der Anbieter kann die Einstellungen
    zurücksetzen und so den Account wieder für Sie erlangen.
o) Beachten Sie, dass oftmals analog zum „übernommenen“ E-Mail-Account ein gleichlautender
    E-Mail-Account bei einem anderen E-Mail-Anbieter besteht, der zusätzlich zur Verschleierung
    beiträgt. Es erscheint sinnvoll, auch diesen Dienstanbieter von dem Vorfall sowie dem nur für
    Betrugszwecke erstellten Account zu informieren und um die Löschung oder Sperre desselben zu
    ersuchen.

Bettel-E-Mail:
Zur Vorgangsweise der Täter:
Der Täter versucht die tatsächliche Identität eines Unbeteiligten für seine Betrugszwecke auszunutzen. Dabei werden gleiche Namen und widerrechtlich kopierte Fotos verwendet. Es gibt einen gleichlautenden E-Mail-Account bei einem anderen Anbieter und es werden die Kontakte des Unbeteiligten als mögliche Opfer verwendet. „Ich muss dringend etwas kaufen, habe aber meinen Pin vergessen...“ So oder ähnlich beginnen die meisten der dieser E-Mail-Betrugsversuche, in denen man in weiterer Folge gebeten wird via online-Banking oder bei Tankstellen und Trafiken elektronisches Geld z.B. in Form von Paysafe-Karten zu erwerben und anschließend die Nummern zu übermitteln.

Die Umstände und Varianten in beiden Betrugsfällen sind vielfach und ändern sich nach Täter(-gruppen) fast täglich. Die genannten Beispiele sind daher plakativ, sollen jedoch im Ansatz den Ablauf der Betrugsmasche darstellen und Sie sensibilisieren. Freunde und Bekannte fragen üblicherweise nicht per Mail oder Facebook nach Geld, auch nicht in der Not! Das Bundeskriminalamt empfiehlt generell:

o) Verwenden Sie sichere Passwörter mit entsprechender Länge, Groß-, Klein-Schreibung und
    Sonderzeichen, damit die Täter weder E-Mail- noch social media-Accounts hacken können!
o) Geben Sie keine Passwörter oder Zugangsdaten zu Ihren Accounts bekannt, ändern Sie die
    Zugangsdaten regelmäßig und vergeben dabei komplexe Passwörter.
o) Überweisen Sie niemals Geldbeträge ohne Gegencheck: Versuchen Sie die betroffene Person
    persönlich zu erreichen!
o) Überweisen Sie Geld mittels Transferdiensten nur nach eingehender Überprüfung und persönlichem
    Kontakt mit dem Empfänger!
o) Warnen Sie weitere, möglicherweise direkt betroffene Kontakte und sensibilisieren Sie diese!
o) Ist bereits ein Schaden eingetreten, erstatten Sie auf der nächsten Polizeiinspektion eine Anzeige!

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite der Watchlist-Internet (www.watchlistinternet.at/), in der nächsten Polizeiinspektion, auf der Homepage des Bundeskriminalamts (www.bmi.gv.at/praevention) und auch per BMI-Sicherheits-App. Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen Ihnen kostenlos und österreichweit unter der Tel. 059133 zur Verfügung.

Präventionstipps „Gemeinsam. Sicher“ in Mistelbach“

Einerseits ereigneten sich bereits im Frühjahr 2017 im gesamten Bundesland Niederösterreich wiederholt Einbruchsdiebstähle in Vereins- bzw. Clubhäuser, wobei dort befindliche Rasenmähertraktoren, teilweise teure Elektrogeräte und Werkzeuge, gestohlen wurden. Die Täter konnten ausgeforscht und zur Verantwortung gezogen werden. Seit Mitte August 2017 häufen sich aber wieder derartige Delikte in den Bundesländern Burgenland und Niederösterreich. Ein derartiger Einbruchsdiebstahl ereignete sich auch auf einer Sportanlage im ho. Überwachungsgebiet, wobei der Gesamtschaden ca. 30.000 Euro betrug. Die Vereinsverantwortlichen werden daher gebeten vor allem in den Herbst- und Wintermonaten, wenn die Vereinstätigkeiten überwiegend ruhen, die Clubhäuser entsprechend abzusichern und teure Arbeitsgeräte und dergleichen an gesicherten Orten aufzubewahren.

Die zweite Deliktsform, die regelmäßig für Ärger bei der Bevölkerung sorgt, ist der Fahrraddiebstahl. In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es in der letzten Zeit zu einem geänderten Täterverhalten gekommen ist. Mittlerweile werden von Fahrraddieben nicht mehr ausschließlich die Bahnhöfe aufgesucht, wo in der Regel eher in die Jahre gekommene Räder abgestellt werden, sondern es wird gezielt nach wertvollen Rädern (auch E-Bikes) gesucht.

Die Bewohner werden daher gebeten, die wertvollen Räder über Nacht im Freien vor dem Haus abzustellen. Auch ein Abstellen auf eingezäunten Grundstücken oder unter einem Carport ist kein geeigneter Schutz vor Diebstahl. Wertvolle Räder sollen entweder in Wohnobjekten versperrt oder so abgestellt werden, dass sie von „zufällig“ Vorbeigehenden nicht sofort gesehen werden können.

Wenn man diese einfachen Tipps berücksichtigt, kann man sich vor bösen Überraschungen schützen. Das Bezirkspolizeikommando Mistelbach steht unter der Telefonnummer 059133-3260-305 für weitere Sicherheitstipps oder Präventionsveranstaltungen gerne zur Verfügung.

Informationen für einen sicheren Weg zur Schule

Kinder zählen auch in der Bezirkshauptstadt Mistelbach zu den am meisten gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Vor allem der tägliche Weg in die Schule birgt für die Kleinsten zahlreiche Risiken. Sie sind für Autofahrer oft nicht sofort sichtbar und können erst ab etwa dem 9. Lebensjahr Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig abschätzen. Das Sichtfeld ist erst ab dem 12. Lebensjahr voll entwickelt, weshalb vorher das seitliche Herannahen von Autos nur begrenzt wahrgenommen werden kann. Wichtige Fähigkeiten, um sich einigermaßen sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

Aber: All das kann Ihr Kind durch Übungen erlernen. Deshalb sollten Sie den Schulweg noch vor dem ersten Schultag gemeinsam mit ihm trainieren. Stellen Sie für Ihr Kind klare Regeln auf: Nicht zu nah am Fahrbahnrand stehen und nicht zwischen geparkten Autos heraus die Straße betreten. Erklären Sie ihm, warum – im Gegensatz zum Fahrzeuglenker – nur der Fußgänger sofort stehen bleiben kann und wie wichtig es daher ist, besonders bei Schlechtwetter nie zu knapp vor herankommenden Fahrzeugen auf den Zebrastreifen oder die Straße zu steigen. Rot heißt STOPP, und zwar immer. Sagen sie Ihrem Kind, dass es im Straßenverkehr aufmerksam sein muss und nicht mit dem Handy hantieren soll.

Kinder sind schon allein aufgrund ihrer Körpergröße für andere Verkehrsteilnehmer nicht so gut erkennbar. Herrscht zudem noch schlechte Witterung, Dämmerung oder Dunkelheit, werden sie noch schwerer wahrgenommen. Viele Schultaschen und manche Rucksäcke weisen bereits reflektierendes Material auf. Ideal ist es, zusätzlich Kleidung, Schuhe, Helme und Hauben mit reflektierenden Produkten auszurüsten.

Gefährliche Stellen sollten gesondert geübt oder besprochen werden. Außerdem ist es sinnvoll, unvorhergesehene Situationen zu besprechen, z B. das Ausfallen einer Ampel. Drehen Sie zur Sicherheit die Rollen um und lassen Sie sich von Ihrem Kind zur Schule führen sowie den Weg und Gefahrenstellen erklären.

Wenn Ihr Kind öffentliche Verkehrsmittel am Schulweg benutzen kann, üben sie auch hier schon vor Schulbeginn das richtige Verhalten: An Haltestellen nicht drängen und Unfug treiben, nach dem Aussteigen warten bis der Bus weggefahren ist, nach links und rechts schauen und, wenn kein Fahrzeug kommt, die Straße überqueren.

Der alltägliche Straßenverkehr stellt hohe Ansprüche an alle Verkehrsteilnehmer: Kenntnisse der allgemeinen Verkehrsregeln, ständige Aufmerksamkeit und vorausschauendes Denken wird von uns allen erwartet.

Sicher in die Fahrradsaison

Der Frühling ist angekommen und viele Menschen steigen auf das Fahrrad als Transportmittel um. Das Fahrrad ist aber auch für Kriminelle ein begehrter Gegenstand. Beachten Sie die Empfehlungen der Kriminalprävention und starten Sie sicher in die Fahrradsaison.

Der Fahrradverkehr gewinnt an Bedeutung. Fahrrad fahren ist relativ billig und gesund, es entlastet stark befahrene Verkehrsrouten und ist in der Stadt ist eines der schnellsten Verkehrsmittel. Sie stehen nicht im Stau, brauchen nur wenig Abstellplatz und sind von Fahrplänen unabhängig. Der Markt hat sich angepasst und bietet Fahrräder für alle Ansprüche. Vom teuren Rennrad mit Karbonrahmen bis hin zum praktischen E-Bike ist alles zu haben.

Um verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen zu können achten Sie bitte auf eine geeignete Schutzausrüstung und an die Verkehrsregeln. Als Fahrradfahrer werden Sie leicht übersehen. Am Fahrrad sollten auch alle Ausrüstungsgegenstände gemäß der Fahrradverordnung angebracht sein. Im Fachhandel oder auf der Homepage des Ministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (http://www.bmvit.gv.at) erhalten sie diesbezüglich Informationen.

Die steigende Nachfrage bringt Kriminelle auf den Plan. Fahrraddiebe stehlen schlecht abgesicherte Räder und beachten dabei nicht einmal, wie alt oder wie wertvoll diese sind. Die Räder werden dann als „gebraucht“ wiederverkauft. So manches Opfer findet das eigene Fahrrad auf einschlägigen Internetplattformen zum Verkauf angeboten. Diebe machen sich die Unachtsamkeit vieler Fahrradbesitzer zunutze.

Im Falle eines Abhandenkommens des Rades sind Eckdaten wie Farbe, Marke, Modell, Rahmennummer, Material wertvolle Informationen, um einerseits ihren rechtmäßigen Besitz nachzuweisen und andererseits eine Anzeige zu erstatten. Denn selbst, wenn das Fahrrad wieder auftauchen sollte: wie beweisen Sie, dass es Ihres ist, wenn Sie weder Rechnung noch Kaufvertrag haben?

Empfehlung der Kriminalprävention für einen sicheren Start in die Fahrradsaison:
o) Fahrrädernach Möglichkeit stets in einem versperrten Raum abstellen.
o) Im Freien das Fahrrad mit Rahmen und Hinterrad an einem fix verankerten Gegenstand befestigen.
o) Das Fahrrad an frequentierten Plätzen abstellen, die bei Dunkelheit gut beleuchtet sind.
o) Das Fahrrad nicht immer am gleichen Platz abstellen.
o) Fahrräder am Autodach oder Fahrradträger am besten mit einem Spiralkabel am Rahmen, Vorder-
    und Hinterrad absperren.
o) Lassen Sie keine Wertgegenstände am Gepäckträger oder in den Gepäcktaschen zurück.
o) Werkzeug in der Satteltasche könnten Diebe zum Knacken der Sicherung verwenden.
o) Nehmen Sie teure Komponenten, wie den Fahrradcomputer ab, bevor es Diebe tun.

Die wirksamsten Schlösser:
o) Bügelschlösser sollten einen Rohrdurchmesser von mindestens 19 mm aufweisen und aus speziell
    gehärtetem Metall sein.
o) Kabelschlösser sollten mindestens 8 mm stark und durch gehärtete Stahlhülsen geschützt sein.
o) Zahlenschlösser sind nicht empfehlenswert.

Gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen passiert meist dort, wo man sich sicher und geborgen fühlen sollte – in den eigenen vier Wänden. Die Statistik belegt: Opfer von Gewalt in der Privatsphäre sind in den meisten Fällen Frauen, Kinder und ältere Menschen. Gewalt wird nicht nur körperlich, sondern oft auch in subtileren Formen psychisch ausgeübt.

Hier handelt es sich meist nicht um ein einzelnes Vorkommnis. Oft ist eine langwierige Entstehungsgeschichte hinter dem Vorfall, eine Gewaltspirale die sich über längere Zeit aufbaut. Ein Gefährder/Täter hat sozusagen oft eine „Gewaltkarriere“ hinter sich, somit auch kognitive Verhaltensweisen und Muster, welche lange Zeit gelernt und gelebt worden sind. Diese Verhaltensweisen und Strategien sind meist nicht von alleine zu stoppen, oft hilft hier nur adäquate Hilfe von außen durch professionelle Beratung und Betreuung durch Hilfseinrichtungen und Beratungsstellen. Entscheiden ist, dass es keine Rechtfertigung für Gewalt gibt, und ein sofortiges Handeln weitere Leiden unterbinden kann. Es gibt ein breites Angebot an Hilfs- und Beratungseinrichtungen, wo man auch kostenlos und anonym beraten wird, im Notfall jedoch immer die Polizei unter 133 rufen! Dies gilt für gefährdete Menschen aber genauso auch für Personen, welche jemanden kennen der davon betroffen ist!

Die Polizei hat unterschiedliche Instrumente und Maßnahmen, welche in solchen Situationen ergriffen werden.

Beim Betretungsverbot wird dem „Gefährder“ für 2 Wochen das Betreten der Wohnung untersagt. Sollten auch Kinder bedroht sein, kann dies auch auf Schule und Kindergarten ausgeweitet werden.

Von der Verhängung des Betretungsverbotes wird automatisch das lokale Gewaltschutzzentrum verständigt, welches mit dem Opfer automatisch Kontakt aufnimmt. Die Expertinnen und Experten in den Bereichen Sozialarbeit, Psychologie und Rechtswissenschaften setzen sich mit dem Opfer individuell auseinander mit der Zielsetzung, das künftige Leben gewaltfrei gestalten zu können. Gleichzeitig besteht für die Polizei die Möglichkeit, den „Gefährder“ zu einem Gespräch betreffend Normverdeutlichung vorzuladen (Präventive Rechtsaufklärung), um diesem nach einer gewissen Abkühlphase das Unrecht seiner Tat(en) nochmalig und eindringlich näher zu bringen.

Sollte nach Ablauf der zwei Wochen noch weiterer Schutz erforderlich sein, kann am Bezirksgericht des Wohnortes eine einstweilige Verfügung vom Opfer beantragt werden. Mit dieser kann dem Opfer vor allem der weitere Verbleib in der vertrauten Wohnung – durch ein Betretungs- und Näherungsverbot für den Täter – ermöglicht werden, auch kann man dies im Bedarfsfall für Arbeitsplatz, Schule, etc. ausweiten. Sollte es zu einer Gerichtsverhandlung kommen, steht dem Opfer psychosoziale und juristische Prozessbegleitung zu, welche im Vorfeld und währenddessen Unterstützung bietet.

Stalking

Seit 1.7.2006 ist Stalking (Beharrliche Verfolgung) ein gerichtlicher Tatbestand und mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr strafbar. Als „Stalker“ macht sich strafbar, wer eine Person beharrlich in einer Weise, die geeignet ist, sie in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, eine längere Zeit hindurch fortgesetzt verfolgt.

Indem sie
1. ihre räumliche Nähe aufsucht (z.B. Auflauern),
2. im Wege einer Telekommunikation oder unter Verwendung eines sonstigen Kommunikationsmittels oder über Dritte Kontakt zu ihr herstellt (z.B. per SMS oder E-Mail),
3. unter Verwendung ihrer personenbezogenen Daten Waren oder Dienstleistungen für sie bestellt (z.B. bei Versandhäusern) oder
4. unter Verwendung ihrer personenbezogenen Daten Dritte veranlasst, mit ihr Kontakt aufzunehmen (z.B. durch Kontaktanzeigen).

Empfehlung der Kriminalprävention:
o) Machen Sie dem Stalker, wenn möglich in Anwesenheit eines Zeugen, unmissverständlich und nur einmal klar, dass Sie keinen weiteren Kontakt mehr zu ihm wollen. Ignorieren Sie die Person dann konsequent!
o) Dokumentieren Sie alles was der Stalker unternimmt. Jede Kontaktaufnahme, Mitteilung und sichern Sie Beweise wie Briefe, SMS, E-Mail etc. Diese sind bei rechtlichen Schritten wichtig.
o) Informieren Sie ihr privates und berufliches Umfeld, dass Sie „gestalkt“ werden, damit Kontaktaufnahme des Stalkers über Ihren Bekanntenkreis (neue Telefonnummer, Adresse) nicht zum Erfolg führt.
o) Nehmen Sie keine Pakete oder Geschenke des Täters oder mit unbekanntem Absender entgegen.
o) Werden Sie mit dem Auto verfolgt, fahren Sie direkt zur nächsten Polizeidienststelle.
o) Alarmieren Sie in konkreten Bedrohungssituationen unbedingt die Polizei über den Notruf 059133.
o) Nutzen Sie die Möglichkeit einer Beratung bei spezialisierten Opferschutzeinrichtungen, wie zum Beispiel dem OPFER-NOTRUF unter der Telefonnummer 0800/112112.

Einstweilige Verfügung:
Zum Schutz vor weiteren Eingriffen in die Privatsphäre, besteht für Sie die Möglichkeit, auf dem gerichtlichen Weg (Zivilgericht), einen Antrag einzubringen, dass dem Stalker per „einstweiliger Verfügung“ z.B. untersagt wird, zu Ihnen persönlich, brieflich, telefonisch oder sonst Kontakt aufzunehmen, Sie zu verfolgen, sich an bestimmten Orten aufzuhalten oder Waren auf Ihren Namen zu bestellen. Diese Verfügung gilt maximal für ein Jahr und wird je nach betroffenem Schutzbereich und gerichtlicher Entscheidung durch gerichtliche Geld- bzw. Haftstrafen und zutreffendenfalls auch durch Polizeibeamte/Innen vollzogen.

Aktion des Innenministeriums: „Gemeinsam. Sicher“ - Sicherheit ist Vertrauenssache

Österreich zählt zu den sichersten Ländern, jedoch, Angst bestimmt zunehmend unser Leben: Sorge um den Job, Partner, die Familie, die Gesundheit, Pension udglm., all das führt dazu, dass sich die Österreicher trotz sinkender Kriminalität unsicherer fühlen. Hinzu kommt, dass die Menschen durch veränderte Arbeits- und Lebenswelten viel weniger miteinander reden, zugleich aber mit Informationen von Medien und sozialen Netzwerken überfordert werden, die sehr oft mit Gefühlen spielen.

Die Initiative „GEMEINSAM. SICHER“ hat den Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Gemeinden und Polizei zum Ziel, um gemeinsam Lösungen zu suchen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, an der Gestaltung der öffentlichen Sicherheit in ihrem Lebensumfeld aktiv mitzuwirken sowie dadurch mittelbar das subjektive Sicherheitsgefühl zu heben.

Alle sicherheitsinteressierten Bürger/innen, aber auch Vereine, Schulen, Unternehmen, Politiker sollen als „Sicherheitspartner“ eingebunden werden, um leichter entstehende Probleme zu erkennen und partnerschaftliche Lösungen zu finden. „Sicherheitspartner“, die sich freiwillig bei der Polizei melden, erhalten zwar keinerlei zusätzliche Befugnisse, aber vermehrte Informationen, die dann an die Bevölkerung weitergegeben werden (Multiplikatoren).

Am Bezirkspolizeikommando Mistelbach wird es einen sogenannten „Sicherheitskoordinator“, (Abteilungsinspektor Dieter RATH) geben, welche die einlangenden Aufgaben mit den Polizisten/innen (Sicherheitsbeauftragten) in den Polizeiinspektionen koordiniert.

In regelmäßigen Abständen und bei Bedarf werden die „Sicherheitspartner“ über die aktuelle regionale Sicherheitslage und mögliche Präventionsmaßnahmen informiert. Die Bandbreite der Informationen/Anliegen kann von Lärmbelästigung über kaputte Laternen, aggressive Jugendliche im Park bis hin zur Angst vor Flüchtlingen oder gar Terroranschlägen reichen.

Sicherheit im modernen Verständnis ist nur durch enge Vernetzung aller Beteiligten zu gewährleisten. „GEMEINSAM. SICHER“ ist daher eine Maßnahme der zeitgemäßen Bürgerbeteiligung an sicherheitsrelevanten Themen.

Der Erfolg dieser Initiative ist daher von der Akzeptanz der Gemeinden, der Flexibilität der Polizei und der Kooperation mit den Bürgern abhängig.

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Die Polizei als größter Sicherheitsdienstleister in Österreich, braucht jedoch die Hilfe und Unterstützung der Bevölkerung, um ihre Arbeit bestmöglich zum Wohle aller zu erbringen.

Personen, die als „Sicherheitspartner“ ehrenamtlich einen Beitrag zur Sicherheit in ihrer Gemeinde leisten wollen, können sich jederzeit beim Bezirkspolizeikommando Mistelbach oder bei den Polizeiinspektionen melden.

Kontakt beim Bezirkspolizeikommando Mistelbach:
Tel.: 059133/3260-305
E-Mail: bpk-n-mistelbach@polizei.gv.at
Internet: www.gemeinsamsicher.at

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