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2025: Knapp 143 Millionen Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreicht

Foto zur Verfügung gestellt (v.l.n.r.): Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer und Mitarbeiterin Gertraude Waglechner

05. März 2026

Das Jahr 2025 war herausfordernd für die heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für die Arbeits- und Sozialrechtsberatung der Arbeiterkammer Niederösterreich: 132.000 Beschäftigte suchten die Hilfe der Arbeiterkammer Niederösterreich. „Die Expertinnen und Experten konnten beinahe 143 Millionen Euro für die Betroffenen sichern“, zieht Arbeiterkammer Niederösterreich-Kammerrat Peter Schaludek Bilanz.

Unbezahlte Überstunden, nicht ausbezahlte Ansprüche beim Ende des Arbeitsverhältnisses, fristwidrige Kündigungen, Beratungsbedarf bei Homeoffice bzw. Teleworking – die Liste der Probleme, mit denen heimische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Vorjahr die Hilfe der Arbeiterkammer Niederösterreich suchten, ist lang. Eine besondere Herausforderung waren Verfallsfristen in Kollektivverträgen: „Für viele Betroffene konnten wir zustehende Ansprüche wie unbezahlte Überstunden erst in letzter Minute sichern, weil der jeweilige Kollektivvertrag nur relativ kurze Verfallsfristen von drei oder sechs Monaten für offene Ansprüche vorsieht“, schildert Arbeiterkammer Niederösterreich-Kammerrat Peter Schaludek. „In manchen Fällen kamen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch zu spät und fielen um einen Teil der Ansprüche um“.

Überproportional häufig mussten die Arbeitsrechtsexpertinnen und -experten der Arbeiterkammer Niederösterreich für Beschäftigte aus der Gastronomie einschreiten, sagt der Kammerrat. Gängige Arbeitsrechtsverstöße in der Branche sind unbezahlte Überstunden, Arbeitszeitverstöße, Bezahlung unter dem Kollektivvertrag und fehlende Lohnzettel.

Dauerbrenner Insolvenzen:
Nach wie vor viel Beratungsbedarf entstand aus Insolvenzen heimischer Betriebe. „Insgesamt haben wir für etwas mehr als 4.500 Beschäftigte offene Entgeltforderungen beim Insolvenzentgeltfonds eingebracht“, schildert der Kammerrat und ergänzt: „Durch unsere schnelle Arbeit wurden die offenen Forderungen so rasch wie möglich ausbezahlt. Häufig geht es da um mehrere Monatsgehälter“.

Arbeiterkammer Niederösterreich erreicht 143 Millionen Euro an Nachzahlungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer:
Insgesamt wandten sich 2025 132.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wegen Problemen am Arbeitsplatz an die Arbeiterkammer Niederösterreich. In den allermeisten Fällen konnte bereits die Beratung das Problem lösen, etwa bei unklaren Lohnabrechnungen oder einer Überprüfung des Arbeitsvertrags. In tausenden Fällen musste die Arbeiterkammer zugunsten der Betroffenen intervenieren oder vor Gericht ziehen.

Für diese Menschen erreichte die Arbeiterkammer Niederösterreich Nachzahlungen in der Höhe von insgesamt 142,7 Millionen Euro. Der Großteil waren ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs- oder Kündigungsentschädigungen und Abfertigungen, die den Betroffenen zu Unrecht vorenthalten worden waren. „Ohne unsere Beratung und Rechtsvertretung wären die meisten Betroffenen nicht zu ihrem Geld gekommen“, fasst Arbeiterkammer Niederösterreich-Kammerrat Peter Schaludek zusammen.

Bilanz 2025 – Bezirk Mistelbach:
Leistungen im Überblick:
In der Bezirksstelle angedockt: 8.653
Konkrete Beratungen in Problemfällen: 2.758
Im Arbeits- und Sozialrecht eingebracht: 2,81 Millionen Euro
Für die Mitglieder insgesamt erreicht: 3,14 Millionen Euro

„8.653 Menschen haben vergangenes Jahr mit uns Kontakt aufgenommen“, sagt Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Rudolf Westermayer. „Manchmal ging es nur um rasche Auskünfte zu einvernehmlicher Lösung, Kündigung, Homeoffice und Freistellung wegen Kinderbetreuung“, so Westermayer. In fast 2.800 Fällen benötigten die Menschen hingegen weiterführende Beratung und die Unterstützung der Arbeiterkammer-Expertinnen und -Experten in konkreten Problemfällen. „Das vergangene Jahr hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle sind“, zieht Westermayer Bilanz. Insgesamt hat die Bezirksstelle Mistelbach im Vorjahr mehr als drei Millionen Euro für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Region gesichert.

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