03. Juni 2026
„#wirmiteinander“! Mit diesem Motto ging am Samstag, 30. Mai, die „Mistelbach Pride“ unter Starkregen und strahlendem Sonnenschein am örtlichen Hauptplatz über die Bühne. Ein Zeichen für queere Sichtbarkeit, das von einer kleinen Bewegung 2022 mittlerweile zu einer etablierten Tradition der Weinviertler Bezirkshauptstadt gewachsen ist.
Bunt und laut trotz Regenwetter:
Mit diesem Wetter hätte wohl der Verein „Mistelbach Pride“ bei seiner 5. Pride Parade nicht rechnen können. Regen, Sonnenschein, Platzregen, Sonnenschein, Nieselregen, wieder Sonnenschein und das alles in weniger als drei Stunden.
Trotz dieses unbeständigen Wetters versammelten sich am Samstag, 30. Mai, rund 1.000 Menschen am Mistelbacher Hauptplatz, um gemeinsam laut und bunt für queere Rechte und Sichtbarkeit am Land einzustehen. Bei der Parade durch die malerische Bezirkshauptstadt wurde gesungen, getanzt und gemeinsam dem Regenwetter getrotzt. Erstmalig dabei war auch die Gruppe „Diplomats for Equality“ eine Gruppierung verschiedener Botschaftsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, welche gemeinsam auch ein Zeichen für Toleranz in der Diplomatie setzen wollen.
Schirmherrin der diesjährigen „Mistelbach Pride“ war die aus dem niederösterreichischen Hollabrunn stammende Drag Queen Kaisa Schmoan. Das Programm war von einer unvergleichlichen Show der Gruppe DragLab und dem Gesang von Necrosis geprägt.
„Wollen ein Zeichen setzen“:
Wichtiger Bestandteil der Mistelbach Pride sind neben dem Showteil die Reden vor dem örtlichen Rathaus. Schon von Anfang an dabei ist Mistelbachs Bürgermeister Erich Stubenvoll. „Wir stehen in Sonne wie in Regen da. Es ist wurscht, wen man liebt und wer man ist. An uns liegt es, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt und wir dürfen dem Hass keinen Raum geben, den andere sehen wollen. Wir wollen nicht Party machen, sondern ein Zeichen für Solidarität setzen – in der Stadt und am Land“, so der Bürgermeister.
Neben dem Bürgermeister kamen bei den aktivistischen Reden der Obmann der „Mistelbach Pride“ Michael Rabl, Andrea Brunner von der AIDS-Hilfe Wien, Charlie Wunn vom Verein VIMÖ (Verein intergeschlechtliche Menschen Österreich) sowie Virgil Lintner vom queer-ländlichen Verein Heublumen LGBTQIA+ Initiative zu Wort.
„Hass und Intoleranz weglassen“:
Auch der Verein „Mistelbach Pride“ kämpft mit einer rauer werdenden politischen Atmosphäre. So strich das Land Niederösterreich der Pride Parade erstmalig die Förderung. Begründet wurde diese Entscheidung aus dem FPÖ-geführten Kulturministerium damit, dass „Pride Paraden nicht zur niederösterreichischen Kultur gehört.“
„Wir leben in einer Zeit, in der es als queere Person nicht immer leicht ist. Immer wieder wird versucht, unsere Community klein zu halten. Aber wir wollen zeigen, dass es anders geht. Dass Menschen, egal welcher Sexualität, egal welcher Identität und egal welcher Herkunft gemeinsam friedlich leben können, wenn man den Hass und die Intoleranz weglässt“, so der Obmann Michael Rabl.