18. Juni 2026
Von Mitte Mai bis Mitte Juli geht die Kulturvernetzung Niederösterreich im Rahmen des Viertelfestivals auf Spurensuche nach Visionen und nachhaltigen Impulsen für die Kunst- und Kulturszene des Weinviertels. Mehr als 50 Projekte aus 183 Einreichungen wurden von der Festivaljury in einem demokratischen Abstimmungsprozess ausgewählt. Diese Projekte geben ganz unterschiedliche Antworten auf die von der Kulturvernetzung Niederösterreich gestellte Frage: „Was geht ab?!“
Im Rahmen von über 120 Veranstaltungen im gesamten Weinviertel wird dem Publikum ein bunter Mix aus Theater, Musik, Bildender Kunst, Film, Fotografie, Tanz, Performance und partizipativen Kunstprojekten geboten. Dabei handelt es sich bei allen Projekten um Premieren, denn schließlich werden sie alle speziell für das Viertelfestival entwickelt. Schauplätze des Festivals sind neben klassischen Veranstaltungsorten auch Kirchen, Dorfplätze, Gebäudefassaden oder besondere Plätze in der Natur. Und auch so mancher Leerstand wird durch Kunstprojekte zu neuem Leben erweckt. Beim WEIN/4-Festival 2026 sollte also kaum etwas abgehen, weil fast überall irgendwas abgeht!
Verbleibendes Projekt in Mistelbach:
Kunst Blunzn von Mathias Lefèvre:
Freitag, 3. und Samstag, 4. Juli, ab 21.00 Uhr sowie Sonntag, 5. Juli, ab 18.00 Uhr
nitsch museum, Waldstraße 44-46, 2130 Mistelbach
Es handelt sich um ein Theaterstück von Mathias Lefèvre. Zu sehen ist der Monolog erstmals in der Kapelle des nitsch museums. Gespielt von Günter Franzmeier in einer Inszenierung von Ursula Leitner.
Zum Inhalt:
Willi war Fleischhauer, doch dann musste er das Familienunternehmen schließen. Die Großkonzerne waren übermächtig. Nach einigen Supermarktjobs und einer Umschulung zum „Käsesommelier“ arbeitet er jetzt, mit 57, als Aufseher im Hermann Nitsch-Museum. „Mit Kunst kenne ich mich nicht aus, aber der Herr Krawetz hat gemeint, ich bin der perfekte Museumswärter, weil der Herr Nitsch hat auch mit Blut gearbeitet, wie ich.“ Im Museum hat er viel Zeit sich seine Gedanken zu machen. Über Blut, Nitsch und die Leistungsgesellschaft. Eine humorvolle Auseinandersetzung mit unserem wirtschaftlichen System und der Zeit in der wir leben. Mit Günter Franzmeier als Willi. Inszenierung Ursula Leitner.
Warum kostet ein Bild von Hermann Nitsch, das u.a. mit Blut gemalt wurde, 200.000 Euro, während ein Kilo Blutwurst gerade mal 15 Euro wert ist? Der traditionelle Fleischhauer, der von industriellen Konkurrenten verdrängt wird. Im Museum begegnet er einer Kunstpraxis, in der das identische Material, nämlich Blut, künstlerisch aufgeladen und gewinnbringend verwandelt wird.
Zwischen Fassungslosigkeit, Eifersucht und stiller Bewunderung denkt er über verpasste Chancen und gesellschaftliche Wertmaßstäbe nach.
Soziale Umbrüche, Wertewandel und die Frage, wer oder was ist wichtig, und worauf kann eine Gesellschaft nicht verzichten? Wo soll das Blut hin, in die Wurst oder auf die Leinwand?
Nähere Informationen:
Viertelfestival Niederösterreich
Internet: www.viertelfestival.at