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„Zukunftswerkstatt Innenstadt“: Dieses Ergebnis brachte die Befragung der Bürger, Hausbesitzer und Unternehmer

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20. Februar 2020

Die Struktur einer historisch gewachsenen Innenstadt spricht vielfach heute nicht mehr den Anforderungen der Gegenwart. Die damit verbundenen Auswirkungen liegen auf der Hand: Der Verkehr wird mehr, Parkplätze fehlen oder sind nicht ausreichend vorhanden, die Frequenz geht zurück und Geschäftslokale stehen leer. Aus diesem Grund hat sich die StadtGemeinde Mistelbach dazu bekannt, einen Bürgerbeteiligungsprozess zu starten, wenn es um das Aushängeschild schlechthin, nämlich den Hauptplatz als das Herz der Stadt, geht. 640 interessierte Bürger, Hausbesitzer und Unternehmer haben hierzu einen verwertbaren Fragebogen ausgefüllt, die Ergebnisse wurden am Dienstag, dem 11. Februar, unter dem Titel „Zukunftswerkstatt Innenstadt“ bei einer von der CIMA Beratung + Management GmbH fachlich begleiteten, öffentlichen Diskussionsveranstaltung im Stadtsaal von Mistelbach den rund 100 anwesenden Bürgern präsentiert. „Es soll dies der Startschuss für die Zukunft Mistelbachs sein, indem Ideen gesammelt werden, um den Hauptplatz zukunftsfit zu machen“, so Vizebürgermeister Erich Stubenvoll. Denn eines ist klar, so wie sich das Ortszentrum, der Kern einer jeden Stadt, in den letzten Jahren maßgeblich gewandelt hat, da sich die Rahmenbedingungen verändert haben, so wird sich auch das Leben in der Innenstadt in den nächsten Jahren verändern, vor allem bei den jungen Menschen (Stichwort Online-Handel).

Vereinzelte Ergebnisse der Befragung:
Frage nach der Besuchshäufigkeit:
Als die häufigsten Gründe, warum die Bürger überhaupt auf den Hauptplatz kommen, wurden Einkaufen (102 Tage im Jahresschnitt), Fahrten in die Arbeit bzw. die Schule (47 Tage im Jahresschnitt) Gastronomiebesuche (37 Tage im Jahresschnitt) sowie Banken- und Versicherungswege (34 Tage im Jahresschnitt) genannt. Behördenwege oder der Besuch von Veranstaltungen (11 Tage im Jahresschnitt) wie auch Arzt- (12 Tage im Jahresschnitt) oder Frisörwege (5 Tage im Jahresschnitt) wurden weniger oft genannt.

Gründe für häufigeren/selteneren Besuch der Innenstadt:
Während die Arbeit/die Schule, die Wohnsituation sowie das Einkaufsangebot als die häufigsten Gründe genannt wurden, warum man die Innenstadt besucht, waren es der Branchenmix bzw. das fehlende Angebot, die derzeitigen Parkmöglichkeiten und die Attraktivität, warum man eher seltener in die Innenstadt kommt. Eine gewisse Unzufriedenheit mit der Aufenthaltsqualität gab es aber bereits in Mistelbach, wie auch die KANO-Studie, die im Jahr 2013 durchgeführte Kaufkraftstromanalyse, ergab. „Hier sind aber auch die Immobilienbesitzer gefragt, Geld in die Hand zu nehmen und ihre Immobilien durch Investitionen in die Baustrukturen aufzuwerten“, hob Mag. Lettner von der CIMA Beratung + Management GmbH hervor.

Bewertung der Innenstadt:
Bei der Frage nach der Bewertung der Innenstadt schnitten die Erreichbarkeit mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß sowie die Beschilderung gut ab, eher im hinteren Mittelfeld hingegen das Parkplatzangebot, die Gastronomie, das Einkaufen/der Branchenmix sowie die historische Qualität ab. Was eindeutig schlechter ausfiel sind die zu gering vorhandenen Grünflächen bzw. Bäume, Sitzmöglichkeiten sowie das generelle Ambiente des Hauptplatzes.

Was sich in den letzten fünf Jahren verändert?
Während die Themen Einkaufen, das Parkplatzangebot und die historische Qualität aus Sicht der befragten Bürger in den letzten fünf Jahren schlechter wurde, haben sich hingegen das gastronomische Angebot und die Beschilderung verbessert. „Die Multifunktionalität von Ortszentren geht stückweise verloren, die Lebens- und Konsumgewohnheiten haben sich verändert, die Kaufkraft geht durch den Online-Handel in andere Distributionskanäle und bringt die Wirtschaft zunehmend stärker unter Druck“, unterstrich auch Mag. Lettner.

Auf was ist bei der Neugestaltung des Hauptplatzes zu achten?
Die Frage nach jenen Dingen, die der neue Hauptplatz aus Sicht der Bürger unbedingt haben muss, sind vielfältig. Da gehören ausreichend Bäume und Grünflächen sowie Flächen für Fußgänger und eine Infrastruktur für Radfahrer genauso dazu wie Außengastronomie, Park- und Verweilmöglichkeiten Kunstobjekte sind hingegen kein Muss für einen neuen Hauptplatz.

Welche Veranstaltungen sollen am Hauptplatz stattfinden?
Grundsätzlich sprach sich die Mehrheit der Befragten dafür aus, dass am Hauptplatz in Zukunft noch mehr Veranstaltungen abgehalten werden, mit einer ganz klaren Tendenz zu Konzerten und Kulturveranstaltungen gefolgt von einer Wiederbelebung des Faschings und sonstigen Sommerfesten.

Gesamte Ergebnisse der Befragung:
„Zusammengefasst ist die Richtung auf der Basis der Ergebnisse der Befragung klar vorgegeben. Mehr Grün für die Innenstadt, eine bessere Lösung der Parkplatzsituation z.B. in Form eines Parkdecks oder einer Tiefgarage und eine Verbesserung des gastronomischen Angebotes bzw. Schaffung von Schanigärten inkl. Ansiedlung eines Nahversorgers“, so Bürgermeister Christian Balon, MSc.

Diskussionen in drei Gruppen:
Egal, wie unterschiedlich die Meinungen auch sein mögen, wie der Hauptplatz der Zukunft aussehen soll und welche Anforderungen er für Bürger, Kunden, Gäste, Hausbesitzer, Unternehmer und alle anderen, die sich am Hauptplatz gerne aufhalten, erfüllen soll, es wird nie eine einzelne, singuläre Maßnahme greifen, es werden viele Maßnahmen gemeinsam sein, die letztlich ineinander greifen müssen! Und genau deshalb wurde dieser Prozess gestartet, um alle interessierten Bürger aktiv miteinzubinden, um ein auf breiter Basis getragenes Ergebnis erzielen zu können. Und in einem Punkt sind sich alle – Bürger, Hausbesitzer und Unternehmer – gleichermaßen einig: eine Neugestaltung des Hauptplatzes wäre sinnvoll!

2. Vertiefungsworkshops:
Im März – nämlich am Mittwoch, dem 11. sowie am Mittwoch, dem 25. März – finden zwei weitere Workshops statt, wo die präsentierten Ergebnisse und in den Plenums erarbeiteten Punkte vertieft werden sollen. Alle Bürger sind herzlich eingeladen, sich wieder aktiv an der künftigen Entwicklung der Innenstadt zu beteiligen. Die beiden Vertiefungsworkshops finden im Stadtsaal Mistelbach statt, Beginn ist ebenfalls jeweils um 19.00 Uhr. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

ERGEBNISSE DER SCHRIFTLICHEN BEFRAGUNG

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